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REISE 04/2007

Im März 2007 sind meine Tochter Adama, sie war zu diesem Zeitpunkt grade 2 1/2 Jahre alt und einem alten Bekannten 7000 km in einem Doppelkabiner VW T2 nach Gambia gefahren.

Hoffentlich haben ich diesen Bericht so geschrieben, das Sie als Leser genügend Muse haben, diesen Bericht zu lesen. Ich hoffe Sie können sich ein wenig in die Reise hinein versetzen. Viel Spaß beim lesen.

.....Tja, im April, am 18. war es dann wirklich wieder soweit das wir nach Gambia aufgebrochen sind, diesmal zu dritt. Die kleine Adama, der alte Dave und natürlich ich und das alles mit einem VW- Doppelkabiner in NATO- Olivgrün mit Plane und Spriegel. Ein großes Abenteuer sollte beginnen, denn 2 alte Männer, ein altes Auto und ein Kleinkind von 2 1/2 Jahren wollten diese Strecke von fast 7000 km zurücklegen und wussten nicht mal ob das alte Auto dies auch mitmacht. Es hat mitgemacht, soviel vorweg.

So sind wir dann mit 70 km/h über die Strassen getuckert und haben uns langsam aber sicher bis zum spanischen Algeciras vorgearbeitet, immer mit dem Gedanken im Kopf ob uns die Marokkaner wohl ins Land lassen mit Unserem Auto, denn wir haben schon vernommen, das sie bei der Farbe unseres Autos öfter einfach nein sagen und so war es dann auch tatsächlich, aber ich möchte nicht vorgreifen, denn zuerst müssen wir ja noch mit der Fähre von Algeciras nach Ceuta, der spanischen Enklave in Afrika reisen. Nachdem wir uns bei den einschlägigen Reisebüros nach Fährpreisen erkundigt haben, die uns Tickets zwischen 218 € und 109 € angeboten hatten, sind wir erst mal zum Strand gefahren um dort zu übernachten, was in Spanien eigentlich bei Strafen bis zu 600 € verboten ist, aber ich kannte von meiner ersten Reise ein schönes Plätzchen, an dem die Guardia Civil nicht besonders interessiert ist, denn dort halten sich immer einige Menschen auf, die dort sogar leben oder auf irgend etwas warten.

Und tatsächlich trafen wir auch eine alte Freundin, Marion, die nun schon seit über 5 Jahren dort mit ihren 5 Hunden lebt. Wir beschlossen uns einen Tag am Strand auszuruhen und das schöne Wetter zu genießen. Adama machte ihre ersten Erfahrungen mit den großen Wellen des Mittelmeeres und war recht tapfer. Ich hatte sie auf dem Arm und zusammen sind wir mutig in die großen Wellen marschiert, aber so ganz geheuer war ihr das denn doch nicht, was sie mit einem mächtigen Geschrei kund tat. Nichts desto Trotz musste ich mit ihr am nächsten Tag doch wieder zur GROßEN BADEWANNE gehen, damit sie sich überzeugen konnte das alles doch gar nicht so schlimm ist wie sie dachte. Wir machten dann unseren täglichen Morgenkaffee mit unserem neuen Benzinkocher den wir Wladimir getauft hatten, weil ein russisches Fabrikat und danach begaben wir uns dann nach Algeciras um unser Ticket für die Fähre nach Ceuta zu kaufen. Manche schlugen uns vor, wir sollen gleich nach Tanger fahren, denn dort würden sie ( die Marokkanischen Zöllner) nicht so streng sein, aber der Nachteil wäre gewesen, falls die Zöllner nun doch schlecht gefrühstückt hätten und uns nicht ins Land ließen, wir wieder mit der Fähre zurück nach Algeciras müssten.

Also keine großen Experimente und ein Ticket für das Auto incl. Fahrer für 30 € und ein Ticket für Dave 32 €, Adama musste nicht bezahlen und knapp 2 Std. später waren wir in Ceuta. Dort sind wir dann gleich mal an die Tankstelle gefahren und haben unseren Tank randvoll befüllt und dann ab durch den spanischen Zoll- überhaupt kein Problem zu den Marokkanern. dort war eigentlich nicht viel los und so konnten wir dann auch schnell die Einreiseformalitäten der Polizei erledigen, aber beim Zoll ging es dann los. Zuerst gab es kleine Schwierigkeiten wegen der KFZ- Papiere die ja auf den Verein ausgestellt sind, aber nachdem ich erklärt habe, das ich berechtigt bin dieses Auto zu fahren, war das auch geklärt und auch das unser braver DOKA eigentlich ein LKW ist, war kein Problem, aber ein hoher Zollbeamter musste uns dann doch noch zu verstehen geben, das er hier das Sagen hat und er nicht gewillt war unsern schön grünen DOKA ins Land zu lassen, denn das sei ein Militärfahrzeug- nichts zu machen.

Wir also wieder zurück, noch am gleichen Abend in Ceuta im Supermarkt- riesig wie in Amerika- drei Töpfe Farbe gekauft und ein ruhiges Plätzchen zum schlafen gesucht. am nächsten morgen haben wir dann mit vereinten Kräften unsern DOKA um gestrichen. Eigentlich hätten wir ja das Auto in einer Farbe streichen können, aber das war uns denn doch zu langweilig. Hier geht's zu den neusten Fotos und ihr könnt unser Kunstwerk begutachten. Als wir dann nach einem Tag in der prallen Sonne- gut das es nicht regnete- mit unseren Malerarbeiten zufrieden waren und meine Arme und mein Kopf einen mittelschweren Sonnenbrand hatten, legten wir uns am späten Abend nach einem guten Abendessen in unsere Decken und schliefen durch bis zum nächsten Morgen. nach einem guten starken Kaffee, den uns unser treuer Wladimir wie jeden Morgen bereitet hat, sind wir dann mit einem sehr guten Gefühl wieder an die Grenze gefahren.

Der DOKA sah nun ganz anders aus und alle die uns schon gesehen hatten hielten den Daumen in die Luft um uns anzudeuten, das sie mit dem Ergebnis unserer Malerarbeiten zufrieden waren. Also wieder zur Polizei und dort fing das Spiel von neuem an, denn als wir vom Zoll zuvor zurück geschickt wurden, hat natürlich niemand daran gedacht, das wir ja laut Pass schon in Marokko eingereist waren, aber wir hatten keinen Ausreisestempel in unseren Pässen. Aber wie das so in afrikanischen Ländern nun mal ist, wurde einfach auf den Zetteln von vorher eine Notiz geschrieben und das Problem war gelöst. Und dann zum Zoll. Dort wurden wir nur gefragt warum wir schon hier waren und nun wiederkommen. Ich erklärte, das ihre Vorgänger mit der Farbe unseres Autos nicht einverstanden waren und sie wollten die vorherige Farbe sehen und dann ging alles ziemlich schnell und ehe wir uns versahen, waren wir in AFRIKA... Von der Grenze sind wir dann auf dem schnellsten Weg nach Chefchauen gefahren. Dort haben wir übernachtet und Adama hat ihre erste Unterwegsbekanntschaft zu einem Schweizer Mädchen geknüpft- Olivia. Mit ihr hat Adama dann gespielt und mit ihren Legosteinen im Sand gebaut, aber Olivia war schon nach kurzer Zeit recht sauer auf Adama, denn sie zerstörte immer gleich alles was Olivia mühevoll aufbaute. doch trotz allem verstanden sich die beiden recht gut- Olivia war ja auch schon groß, 7 Jahre alt und hatte schon ein gewisses Verständnis für die kleine Adama. und dann sind wir gefahren und gefahren und gefahren, jeden tag am Morgen waren Adama's erste Worte: Papa Autofahren.

Und wir sind gefahren. Bis wir dann Irgendwann durch die Westsahara an der Mauretanischen Grenze angelangt waren. An den Grenzen ging es dank Adama reibungslos von statten, denn immer wenn ich ihren Pass vorlegte kam das Gespräch gleich darauf wo denn ihre Mutter sei und wenn ich dann sagte das die Mama in Deutschland ist und arbeiten muss, gab es keine Fragen mehr und unsere Dokumente wurden sehr zügig abgefertigt. So sind wir dann auch ohne größere Probleme durch Mauretanien gefahren, bis wir an der ersten Polizeikontrolle in Nouakchout halten mussten und unsere Fahrzeugpapiere vorzeigen mussten. Obligatorisch ist für Mauretanien nun eine KFZ- Versicherung, die aber problemlos an der Grenze ausgestellt wird, natürlich gegen harte € Währung. bei besagter Polizeikontrolle wollte der Beamte uns dann nicht weiterfahren lassen, weil unsere Versicherung erst ab dem 1. Mai gültig war und wir hatten erst den 30. April. er wollte uns sogar zur Wache fahren lassen und uns mit einem teuren Bußgeld belegen, woraufhin ich ihm sagte, das ich nirgendwo hin fahren werde und wir parkten unseren treuen DOKA am Straßenrand und begannen uns einen Kaffee zu kochen, aber grade als wir soweit waren um Wasser aufzusetzen, kam der Beamte eilig an und sagte uns indem er unsere Papiere zurück gab, wir sollen weiterfahren. Er wollte natürlich nicht, das wir ihm das Geschäft mit anderen Autofahren verderben. Also machten wir, das wir fort kamen. Als dann unsere Versicherung gültig war hielten wir zum schlafen an und am nächsten Morgen starteten wir natürlich nicht ohne unseren guten Wladimir dazu zu benutzen uns unseren Morgenkaffee zuzubereiten. Nach unserem Morgenkaffee hatten wir es dann auch nicht mehr weit zur Senegalesischen grenze- dachten wir denn wir wollten über den Damm, so heißt eine von zwei Strecken die zur Grenze führen. diesmal wollte ich nicht mit der Fähre übersetzen, da es auch dort immer ziemlich stressig bei den Zollbehörden abgeht.

Aber die Strecke über den Damm nach Dijama war sehr sehr lang, denn es handelte sich um eine ausgefahrene und durch die Regenzeit an vielen Stellen ausgespülte Sandstraße auf der nur langsames Vorankommen war, aber Schlussendlich haben wir es doch geschafft und waren dann endlich schon fast zuhause angekommen, denn von der Senegalesischen Grenze bis zur gambischen Grenze war es nun nur noch ein Katzensprung, den wir in 1 1/2 Tagen gemütlich schafften. An der gambischen Grenze kamen wir zur Gebetszeit an und so hatte ich die Möglichkeit mich mit dem Veterinär zu unterhalten, der mir dann auch gleich dabei behilflich war eine Fotokopie vom Fahrzeugschein zu machen die auf einmal verlangt wurde.

Natürlich gab es einen Kopierer, aber keinen Strom und so ging der Veterinär mit mir kurzerhand einfach zurück in den Senegal und nach einigem Suchen fanden wir dann auch einen Shop der uns eine Kopie machen konnte, aber wir mussten ein wenig warten, denn der Kopierer war natürlich nicht an und musste erst warmlaufen. aber letztendlich bekamen wir für 200 CFA = ca. 30 € Cent und wir gingen wieder zurück nach Gambia. Dort war mittlerweile die Gebetsstunde zu Ende und die Beamten fertigten uns auch hier recht zügig ab, sodass wir uns auf das schlechteste Stück Straße unserer Reise begeben konnten doch endlich kamen wir in Essau an aber Florian war mit seinem Bruder und einem Freund zu einer Bootstour auf dem Gambia River unterwegs. Wir unterhielten uns noch ein wenig mit Abass und vielen dann ins Bett, natürlich ohne Moskitonetz- was mir dann wohl auch die nächste Malaria beschert hat, denn nach 3 Wochen lag ich dann danieder. Die nächsten 3 Wochen waren angefüllt von Behördengängen und ewigem Hin- und Her, Besuchen bei Freunden und Bekannten.

Aber auch diesmal kamen wir nicht daran vorbei immer wieder zu versuchen die vielen Computerteile zu verschiedenen stellen zu fahren um unsere Reisekasse aufzufüllen. Apple Computer gibt es in Gambia überhaupt nicht und dabei hatten wir einen voll funktionstüchtigen G3 mit dabei. Das hat mich aber auch davon überzeugt, das ich keine Materialien mehr nach Gambia transportieren werde um sie dort zu verkaufen, denn es bringt nichts außer ärger und Zeitverschwendung, sowie enorm hohe Kraftstoffkosten und am Ende zahlt man noch drauf, weil entweder die Teile zu teuer sind oder die Einheimischen mit Vorstellungen gesegnet sind, die ich nicht nachvollziehen kann. Das einzige was vielleicht noch zu versuchen wäre ist, einen eigenen Shop mit den Dingen zu füllen die man mitbringt und darauf zu warten das jemand kommt der irgendetwas braucht was sich in dem Laden befindet.

Doch das wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, denn auch das rentiert sich nur, wenn sich der Laden auf dem eigenen Grundstück befindet. In Verbindung mit dem Verkauf von den üblichen Lebensmitteln macht das schon eher Sinn, doch bis es soweit ist, muss noch vieles Andere getan werden. Alles in Allem ging es uns ganz gut bis ich krank geworden bin, gleich nach dem ersten Regen, der in diesem Jahr sehr früh eingesetzt hat und somit macht sich auch in Westafrika der Klimawandel schon bemerkbar. Schon am 2. Tag nach dem Regen hat sich meine Wunde am Bein stark entzündet und ist am Bein hinunter gewandert. Meine Bekannt wusste auch nicht was das sein könnte, hat sie vorher noch nie gesehen und empfahl mir deshalb sofort zurück zu fliegen. sie besorgte mir direkt ein Ticket für den nächsten Flug der noch am gleichen Abend nach Frankfurt ging und so musste ich meine letzten zwei Tabletten gegen die Malaria schon in Deutschland zu mir nehmen. Alles ganz schön anstrengend, denn ich hatte ja Adama dabei und konnte nicht so viel Gepäck tragen, also mussten wir auch noch viele dinge in Gambia lassen die wir eigentlich brauchten.

Aber die nächste Reise ist ja schon in Vorbereitung, denn ich werde es wohl nicht lassen können immer wieder nach gambia zu fahren. Fliegen möchte ich nicht mehr, denn die Reise mit dem Auto macht mir immer viel Spaß, auch wenn es eine anstrengende Fahrerei ist. Fazit dieser Reise ist: Auch wenn ich in Gambia entscheide nicht mehr hin zu fahren...... sobald ich wieder in Deutschland bin, packt mich die Sehnsucht nach Zuhause. Wer zweimal nach Afrika gefahren ist, wird immer wieder hinfahren, oder irgendwann dort bleiben. Das habe ich vor über 15 Jahren von jemandem in Harare/Zimbabwe gehört und er hatte recht. Viele die ich auf meinen Reisen kennen gelernt habe werden immer wieder nach Afrika fahren und manche sind nun schon dort geblieben. Wenn ich diese Menschen frage warum sie nicht wieder zurück gehen nach Europa, dann werde ich nur verständnislos angeschaut und bekomme als Antwort: weil ich dort nichts mehr zu suchen habe.

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