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.....nun sitze
ich schon in Marokko bei Freunden in deren Haus und versuche Euch zu schreiben
wie diese Reise vonstatten läuft. Mit den Autos haben wir bisher keine Probleme
gehabt und hoffen natürlich auch das es so bleibt. Hier sollen die Autos noch
ein wenig geschönt werden, damit sie einen besseren Eindruck machen. Bisher
verlief die Fahrt ruhig und ziemlich schnell. Nur die Geschichte mit Hermann
macht mir ein wenig Kopfzerbrechen, aber gleichzeitig habe ich auch daraus
gelernt, das ich Euch besser informieren muss, damit keine Missverständnisse
auftauchen was die Mitfahrbedingungen nach Gambia betreffen. Bei dieser Reise
habe ich ja von Rüdiger ein Auto zum Fahren bekommen, also nicht unser eigenes
Auto benutzt, weil der DOKA ja immer noch in Gambia steht. So konnte ich auch
keine direkte Ansage über den Preis der Reise machen, aber ich sagte Hermann
trotzdem, das ich es gut fände wenn er dem Rüdiger gleich zu beginn mal einen
50,- € Schein gibt und im laufe der Zeit dann noch mal einen. Wir haben die
Reisezeit dazu genutzt uns mal ein wenig über den Verein zu unterhalten, Hermann
ist ja auch Vereinsmitglied und ich hatte das Gefühl Hermann will sich mehr
engagieren. Dann erzählte ich ihm von der Problematik mit dem DOKA in Gambia,
das kein Geld für die Verzollung vorhanden ist und wir sprachen allgemein über
die Vereinsfinanzen.
Als ich Hermann dann im Verlauf des Gesprächs fragte, ob er
die Verzollung vielleicht übernehmen könne, bekam ich zu hören das er auf so was
nicht vorbereitet sein und das ablehnt. Als ich ihm darauf hin sagte, das ich es
gut fände wenn er dem Rüdiger 200 € für die Fahrt geben würde, bekam ich
Vorwürfe gemacht ich wolle ihn ausnutzen und ich hätte sein Vertrauen
missbraucht, worauf ich ihm nahe legte dann doch lieber möglichst bald das Auto
zu verlassen, weil ich genau weiß, das eine solche Einstellung nicht geeignet
ist für eine solche Reise.
Aber jetzt geht
die Reise weiter, ohne Hermann und hier in Tiznit wird schon fleißig an den
Autos gebastelt und geschraubt. Die Überarbeitung der Fahrzeuge wird noch ein
zwei Tage dauern und dann geht es weiter. Derweil werde ich mir Tiznit
anschauen, ein wenig an Euch schreiben und mich ausruhen für die nächsten 4000
km.
und Fortsetzung folgt.......
sobald ich wieder ein Internetcafe finde in dem ich meinen Lappi andocken kann
oder bei jemandem anderem zuhause....
also nicht ungeduldig werden, spätestens wenn ich wieder in Deutschland bin geht
es weiter....
11.9.07
Nun sind wir mittlerweile in
Mauretanien und schwitzen, aber es hat auch Regen gehabt. Etwas das ich noch
nicht erlebt habe in Mauretanien. Richtig Regen und Sandsturm, abwechselnd. Ganz
andere Farben hat das Land bekommen und auch die trockene Hitze der Wüste ist
umgeschlagen in eine feuchte Saunahitze, sodass ich ziemlich froh war das die
Klimaanlage des Mercedes noch repariert wurde bevor wir in diese Sauna gefahren
sind. Aber zuviel Klimaanlage werde ich nicht nutzen, denn eine Erkältung möchte
ich dann doch nicht haben, denn meine Verdauungsprobleme die ich nun schon seit
einigen Tagen habe, reichen mir eigentlich. Jetzt hoffen wir nur noch, das beim
Land Cruiser die Hydraulik noch repariert wird, damit Rüdiger und Achim auch ein
wenig komfortabler reisen können.
Dieses Mal bekomme ich von Mauretanien ein
ganz anderes Bild als auf den Reisen zuvor, aber trotzdem erfasst mich immer ein
wenig Beklemmung hier, weil alles doch sehr fremd anmutet, trotz das ich nun
schon einige male in Afrika war, denn die Mauries nennen sich selber " Die
Herren der Welt" und damit ist auch eigentlich alles schon gesagt. Jeder kann
sich seine eigenen Gedanken dazu machen, aber ich persönlich bin einfach nur
irritiert ob soviel Selbstbewusstsein!!, vor allem wenn man dann die Situation
sieht und die Armut in der die meisten Bewohner des Landes leben. Doch ich
denke, das ich nicht richtig verstehe und deshalb werde ich mir kein weiteres
Urteil anmaßen.
Auf dieser Reise ist jedenfalls bei mir die Idee
gewachsen, ein Buch zu schreiben in dem ich mal meine unmaßgebliche Meinung
wiedergeben möchte über die von mir beobachteten Situationen und Begebenheiten.
Alles rein Subjektiv natürlich und mit keinerlei Anspruch auf Vollkommenheit,
denn ich gehöre ja nicht zu den Herren der Welt.
Seit einigen Wochen bin ich wieder
in Deutschland, hatte nach der ersten Woche doch noch einen Malariaausbruch. Mir
geht es immer noch nicht besonders gut, aber ich werde trotzdem versuchen die
letzte Reise zu beschreiben.
Nachdem wir dann die Autos soweit
hergerichtet hatten das Rüdiger einigermaßen zufrieden war, sind wir so schnell
als möglich Richtung Senegal weitergefahren. Natürlich konnten wir diesmal nicht
über Dijama fahren, denn diese Strecke ist in der Regenzeit auch mit einem
Allradfahrzeug schwer zu befahren. Also mussten wir diesmal die Fähre in Rosso
nehmen und das ist meistens Stress pur, aber mit der nötigen Ruhe ist auch das
zu schaffen. Nach vielen Stunden warten und Bedrängnis durch die Einheimischen
konnten wir dann endlich auf die Fähre fahren um dann im Senegal wieder zu
warten.. und warten.. bis die Einreiseformalitäten auch hier endlich erledigt
waren.
Wir blieben also die Nacht über in
Rosso und schliefen ein wenig außerhalb der Stadt am Straßenrand. Bei
Morgengrauen dann auf zur Fähre und die langen Wartezeiten. Aber auch das geht
irgendwann vorüber und so waren wir dann gegen Mittag mit allen Zollformalitäten
fertig. Und dann ging es wieder in die Zielgerade..... denn von hier aus sind es
nur noch ein paar hundert Kilometer bis Gambia. Da gibt es dann kein Halten
mehr. Und so rauschten wir dann im Senegal in einem ziemlichen Tempo über die
Straße um ja schnell nach Gambia zu kommen, denn auch wenn die Reise
einigermaßen komfortabel war, nach 7000 KM ist man dann doch froh wieder in
einem richtigen Bett zu schlafen, zu duschen und mal wieder ein richtiges Essen
zu kochen. Doch eine Übernachtung lag noch vor uns. Irgendwann, als es schon auf
Mitternacht zuging und die Schlaglöcher in der Straße nicht aufhören wollten
hielten wir dann wieder neben der Straße an, tranken noch ein paar Dosen
billiges ALDI Bier und schliefen dann erschöpft ein. Sobald die Sonne uns in der
Nase kitzelte fuhren wir weiter und erreichten nach kurzer Zeit die Grenze zu
Gambia.
Alles ging in Ruhe und Gelassenheit vorüber und so waren wir nach kurzer
Zeit mit den Zollformalitäten im Senegal fertig und bereit uns in die nächsten
Abenteuer zu stürzen. Die Gambische Grenze ist immer ein Abenteuer, denn man
weis nie was einen erwartet. Na ja und Rüdiger mit seinem rechts gelenkten Land
Cruiser hatte dann auch gleich den richtigen ersten Eindruck, als ihm gesagt
wurde das er mit seinem Auto nicht nach Gambia einreisen dürfe, da Rechtslenker
in Gambia verboten seien. Ich sagte dem Beamten, das er nicht so sein solle und
meinen Freund doch bitte einreisen lassen solle, da er doch nur zu besuch zu mir
kommen würde und nach ein paar Wochen nach Togo weiter reisen wolle. Zuerst
verstand er nicht richtig bis ich dem Beamten erklärte, das ich in Gambia
Familie habe und diese besuchen wolle. Da erhellte sich sein verschlossenes
Gesicht, ich holte mein Handy aus der Tasche und wollte Kredits aufladen, was
mir natürlich nicht gleich beim ersten mal gelang.
Aber der Bann war gebrochen
und so erledigte der Beamte das mit einem gewissen Stolz für mich. Die Autos
waren dann auch schnell vom Zoll untersucht, eine Dose Ananas wechselte den
Besitzer und wir konnten zur Polizei und zur Einwanderungsbehörde weiter gehen.
Die Einwanderung war ziemlich schnell erledigt, aber dann wurden wir wirklich
Überrascht, denn die Autos wurden nun nochmals sehr gründlich von der Polizei
nach Drogen und Waffen untersucht. Da in unseren Autos aber wohl keinerlei
verräterischen Anzeichen für Drogenbesitz oder Waffen zu finden waren, konnten
wir nach recht kurzem Aufenthalt endlich auf die letzten Kilometer schlechteste
Piste in Richtung Banjul weiterfahren.
Wir kamen gegen Mittag in Essau an
und besuchten auch gleich Abbas, der nach wie vor das Grundstück von Florian
bewacht, aber er war leider nicht anwesend und so machten wir uns auf den
beschwerlichen Weg zur Überfahrt nach Banjul. Nicht das nur der Weg ziemlich
schlecht ist, nein auch die Fahrt mit der Fähre nach Banjul braucht eine
gehörige Portion an Geduld und Ausdauer. Und so brauchten wir allein um auf die
Fähre zu kommen schon einige Stunden die wir mit Warten verbrachten. Und als wir
mit dem Mercedes endlich auf der Fähre waren, war die dann auch voll und Rüdiger
musste auf die nächste Fähre warten. Aber wenigstens wir, Sidi, Achim und ich
waren nun schon mal in Banjul. Na ja auch Rüdiger ist dann noch gekommen und wir
konnten uns endlich auf das letzte Stück der Reise machen und der Dusche und dem
Bett entgegen fiebern. Geschafft....
Die nächsten Tage verbrachte ich
dann damit, die mitgebrachten Fleischwaren an die Besteller zu verteilen und
mich bei der Firma vorzustellen, von der ich das Angebot bekommen habe, als
Betriebsleiter zu arbeiten. Aber da hatte es mich ja schon wieder erwischt,
sodass ich mit Fieber diesen Termin wahrgenommen habe und dem Besitzer der
Schreinerei nur sagen konnte, das ich mir das überlegen muss und jetzt keine
Antwort geben könne, da ich krank sei. Eine Schreinerei, eingerichtet mit
altertümlichen Maschinen, aber robust und einsatzbereit soll ich dort verwalten
und dafür sorgen, das Jugendliche lernen diese Maschinen zu bedienen. Im Grunde
ein guter Einstieg in die Arbeit die sich unser Verein als Ziel gesetzt hat. Nun
werde ich noch abwarten, welche Informationen ich demnächst aus Gambia
diesbezüglich bekommen werde und wenn die Bezahlung dann auch noch stimmt werde
ich diesen Job wohl übernehmen.
Dann habe ich
dem DOKA beim Zoll wieder eine Verlängerung der gambischen Fahrerlaubnis geholt
und konnte dann auch noch die alten Bekannten und Freunde besuchen. Einen Besuch
des Grundstücks in Sanjang habe ich diesmal nicht gemacht, da durch die
Regenzeit die Straßen und Wege teilweise nicht zu passieren sind. Aber das
Grundstück läuft ja nicht weg und die nächste Reise kommt ja bestimmt.
Vielleicht sogar schon früher als ich es mir gedacht habe, doch ich werde mich
überraschen lassen. Diesmal habe ich nur den üblichen Durchfall bekommen und
nach ein paar Tagen ein unerklärliches Fieber, das ich den ganzen Aufenthalt
hindurch nicht losgeworden bin, aber ich habe mich trotzdem relativ wohl
gefühlt. Trotz Regenzeit und ziemlich hoher Luftfeuchtigkeit. Meine Werkzeuge
habe ich dann auch noch aus Essau geholt und an einem trockenen sicheren Platz
eingelagert, in der Hoffnung das ich davon noch einige Teile gut verkaufen kann,
aber zuerst muss ich einmal ein paar Stunden in Werkzeugpflege investieren. Doch
das werde ich alles beim nächsten mal entscheiden.
Bis zum nächsten Reisebericht wünsche ich euch alles Liebe und gute Gesundheit.
Hoffentlich hat es euch Spaß gemacht wieder einen neuen Reisebericht zu lesen.
Die neusten Bilder dieser Reise könnt ihr euch in der Gallery unter Reise August
2007 anschauen. Das erste mal, das ich Regen in Mauretanien erleben durfte. Ein
überwältigendes Farberlebnis, das auf den Fotos aber leider nicht so ganz zu
erkennen ist, leider. Doch den kleinen Unterschied könnt ihr bemerken wenn ihr
euch auch die anderen Bilder unter Mauretanien anschaut, da wird dann der
Farbunterschied der Dünen ziemlich deutlich.
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